Das Schicksal von Stanislaw Jesionek aus Lodz

Der damals zwanzigjährige Stanislaw Jesionek stammte ebenfalls aus Lódz. Er schrieb dem Verfasser im Juni 1994: „Ich bin aufgehalten worden auf der Straße und [wurde] mit einer Gruppe von jungen Leuten ins Kommissariat (Polizeirevier) geführt. Nach Ausweis vorzeigen haben die festgestellt, dass ich nirgendwo arbeite. Dann hat man mir den Termin genannt, um nach Deutschland zu kommen zur Zwangsarbeit.”[1]

Jesionek wurde nach eigenen Angaben in einem Personenzug von Lódz nach Itzehoe in eine Militärkaserne gebracht, „wo nach Baden, Haare schneiden und Rasieren (überall) unsere Kleidung dampfgebügelt und thermisch sterilisiert” wurde. Anschließend „hat man uns nach Neumünster gefahren. Dort warteten schon die Käufer, Geschäftsleute aus dem Kieswerk Habermann & Guckes. Sie wollten einen Dreher, einen Schlosser und neun Arbeiter. Zusammen elf Männer aus Lódz. Anschließend sind wir zur Baracke nach Bordesholm gefahren”.[2]


[1] Brief von Stanislaw Jesionek an den Verfasser vom 13.06.1994

[2] Brief von Stanislaw Jesionek an den Verfasser vom 09.03.1994.