Haben Zwangsarbeiter Urlaub bekommen?
"Im Prinzip ja, aber die Kriegslage lässt es derzeit leider nicht zu ..."

 

Dem im Kieswerk der Kieler Baufirma Habermann & Guckes in Brüggerholz eingesetzten Polen Janusz Smoczynski ist es 1941 gelungen, vom Arbeitsamt in Neumünster eine offizielle Genehmigung für einen zehntägigen Heimaturlaub zu erhalten: "Der Inhaber dieser Arbeitskarte wird vom 16.3.41 bis zum 25.3.41 beurlaubt. Gegen seinen Aufenthalt in der Heimat in Posen bestehen seitens des Arbeitsamtes keine Bedenken." [Archiv Fentsahm] Janusz Smoczynski hat Glück gehabt, denn mit Wirkung vom 1. April 1941 wurden alle Familienheimfahrten nach Polen vorerst ausgesetzt.

 

Datum Quelle
03.09.1940 Heinrich Himmler: "Nach Abschluss der Erntearbeiten kann im Einzelfall Urlaub gewährt werden!"
04.03.1941 Franz Seldte: "RABl 1941, Seite 143"
31.03.1941 Franz Seldte: "Der Anspruch von polnischen Arbeitskräften auf Urlaub und Familienheimfahrten ruht vorläufig!
05.10.1941 Franz Seldte: "RABl 1941, S.448"
28.02.1942 Franz Seldte: "Urlaub und Familienheimfahrten werden Polen nur in besonders dringenden Einzelfällen gewährt."
30.06.1942 Hermann Göring: "Urlaub und Familienheimfahrten werden Ostarbeitern zunächst nicht gewährt."
15.10.1942 Fritz Sauckel: "Beurlaubung ausländischer Arbeitskräfte; hier Polen" (II A 2/338/70) [DN 1942, Nr.41, S.897]
18.03.1943 Fritz Sauckel: "Urlaubssperre für Arbeitskräfte aus Polen aus technischen Gründen!"
07.04.1943 Fritz Sauckel: "Neue Urlaubs- und Rückkehrscheine für ausländische Arbeitskräfte" (RABl. 1943, S.226)
23.07.1943 Fritz Sauckel: "Unter gewissen Umständen könnte Ostarbeitern ein Heimaturlaub von zwei Wochen gewährt werden."
07.09.1943 Fritz Sauckel: "Die Urlaubssperre wird für Franzosen wird gelockert."
01.12.1943 Die "Urlaubs"-Erlebnisse von Krystyna Wiatr und Krystyna Strozyk am Ende des Jahres 1943

 

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© Uwe Fentsahm (Brügge, Mai 2021)